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Jiří Gruša-Haus

Adresse:
Hudcova 76
621 00 Brno
tel.: +420 515 910 422

Öffnungszeiten und Preise
Lage und Anfahrt

Das Zentrum für Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts entstand im Mährischen Landesmuseum erst unlängst als ein wichtiger Bestandteil seiner Abteilung für Literaturgeschichte.

Vor knapp drei Jahren entstand unter der Museumsleitung und einigen Schriftstellern die Idee, in der Abteilung für Literaturgeschichte ein Archiv von Büchern, Korrespondenz, Manuskripten u.ä. nicht nur von Schriftstellern, sondern auch anderen kulturell tätigen Persönlichkeiten zu gründen, deren Werke meistens in Opposition mit dem ehemaligen kommunistischen Regime entstanden waren. Aus Anlass des Schriftstellers und Dramatikers Pavel Kohout wurden weitere im Exil lebende und schaffende sowie einheimische Autoren aufgefordert, ihre Archive dem Mährischen Landesmuseum zu überreichen. Die Reaktion war meistens positiv und so entsteht schrittweise dieses neue und ganz einmalige Archiv der im Exil entstandenen Samisdat-Literatur und der Nachlässe ihrer Autoren. Das Zentrum für Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts hat seinen Sitz in demselben Gebäude wie die Abteilung für Literaturgeschichte in Brno, Hudcova-Straße. Es verfügt über ein ganzes Stockwerk  und damit bot sich die Möglichkeit, einigen Autoren ihren eigenen Raum zu widmen, in welchem ihre Publikationen, Bücher, Briefe, Manuskripte und Drucksachen, Fotografien, Tonaufnahmen, Filme usw. aufbewahrt werden. Da sich dort auch persönliche Sachen dieser Persönlichkeiten befinden, bietet sich den Forschern die unikale Gelegenheit, das Objekt ihres Interesses direkt in seinem Milieu zu studieren. 

Gegenwärtig besitzt das Museum den Großteil des Archivs Pavel Kohouts und seiner Frau Jelena Mašínová. Weiter gibt es das Archiv und einen Teil der Bibliothek des Schriftstellers Jiří Gruša mit wertvollen Interview-Aufnahmen, Schriftstücke von Ota Filip, Literaturhistoriker Lumír Kuchař, Philosophin Božena Komárková und Schriftsteller und Literaturkritiker Jan Trefulka. Bücher des evangelischen Pfarrers  Bedřich B. Bašus sind teilweise in seinen eigenen Möbeln platziert und der Raum wird nach Vorstellungen und mit Hilfe seiner Frau, akademischer Malerin Marie Filippová eingerichtet. Neben dem Archiv der mährischen Dichter Jan Skácel und Oldřich Mikulášek  kann hier der Forscher in Schriften des Soziologen Miroslav Petrusek  hineinblicken. Gegenwärtig wird der Nachlass Jaromír Procházkas bearbeitet.  Der Historiker Jan Tesař bereitet nicht nur alle seine Texte, sondern auch Materialien seiner Freunde vor, die zur Zeit der Normalisierung im Samisdat tätig waren. Er entwirft selbst die Verteilung und Anordnung der Möbel, die größtenteils aus seinem Besitz stammen werden. 

Einen außerordentlichen Stellenwert besitzen Materialien der sog. Untergrunduniversität, die mit Hilfe der Londoner Stiftung Jan Hus Educational Foundation betrieben wurde. Dieses Archiv wurde dem Museum vom britischen Philosophen, Ästhetiker, Politologen, Schriftsteller und Musiker Roger Scruton überreicht. An der Anordnung dieses Archivs arbeitet die Übersetzerin Barbara Day, eine der bedeutenden Persönlichkeiten der Untergrunduniversität. Die Materialien sind umfangreich und enthalten u.a. wertvolle Schriften über die sog. Jazz-Sektion, Vorträge verschiedener Persönlichkeiten und eine große Menge Korrespondenz der Menschen, die sich zur Zeit  der Normalisierung  um qualitätsvolle und ideologisch nicht gefärbte Ausbildung unserer Intelligenz bemühten. Obwohl diese Sektion bisher im Entstehungsstadium ist, doch können Forscher nach Vereinbarung mit Kuratoren die Sammlungen für ihr Studium oder Publikationen nutzen. Ziel ist es, nicht nur Belege kultureller Aktivitäten der Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zu erhalten, sondern auch mittels Ausstellungen, Vorträge und Forschungsarbeit das Interesse zu wecken und die Öffentlichkeit über Ereignisse unserer jüngsten Kulturgeschichte zu informieren. Dokumente stehen nicht nur für persönliches Studium zur Verfügung, sondern sie werden durchlaufend digitalisiert und behandelt, damit sie auch weiteren Generationen dienen können.  

Corpus litterarum / Schrifttumsspuren nicht nur in mährischer Geschichte

Dauerausstellung
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