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Abteilung für die Geschichte der antitotalitären Kultur

Adresse:
Hudcova 76
612 00 Brno
tel.: +420 515 910 420 

Korrespondenzadresse: Zelný trh 6 659 37 Brno

Abteilungsleiter:

Mgr. Demeter Malaťák, M.A.
Tel.: +420 515 910 420
e-mail: dmalatakmzm.cz



Abteilung für Geschichte der antitotalitären Kultur

Der Entstehung der Abteilung für Geschichte der antitotalitären Kultur gingen langfristige Verhandlungen mit dem Schriftsteller und Gegner des kommunistischen Regimes, Dissidenten Pavel Kohout voraus. Der erste Teil seiner Manuskripte wurde zum Bestandteil der Sammlungen des Mährischen Landesmuseums im Jahre 2010. Dank seiner Initiative konnten Kuratoren den Weg zur Gewinnung der Bestände weiterer mit antitotalitären Bemühungen der 1970er und 1980er Jahre  verknüpfter Persönlichkeiten finden. Am Ende des Jahres 2010 gewannen sie z. B. eine wertvolle Kollektion von Dokumenten des Schriftstellers und nach November 1989 auch Amtsträgers Jiří Gruša. Später geriet das Museum, wieder dank Pavel Kohout, in Besitz des Originals der Erklärung der Charta 77. Die Sammlung wurde ebenfalls um die Bücher der Charta 77 erweitert, welche dem Museum Pavel Rychetský widmete.

Zwei Jahre später, in 2012, wurde die Zusammenarbeit mit Jiří Müller aufgenommen, einem der führenden Vertreter des Brünner Zweigs  der Studentenbewegung  der späten 60er Jahre, ebenfalls einem Dissidenten, Unterzeichner der Charta 77 und Organisator der sog. Untergrunduniversität. Gerade er vermittelte in der nachfolgenden Periode bedeutende Akquisitionen von Dokumenten der Historiker Jan Tesař und Jaromír Procházka, der Philosophin Božena Komárková, des Soziologen Miloslav Petrusek, des Linguisten Milan Jelínek oder den Erwerb von Archivmaterialien der Oxforder Jan-Hus-Stiftung. Es folgten Akquisitionen der Schriften von Jan Trefulka und Milan Uhde.

Alle diese Akquisitionen erfolgten unter der Leitung des Literaturhistorikers PhDr. Zdeněk Drahoš, Leiters der Abteilung für Literaturgeschichte. Allmählich begannen jedoch die Abteilungsmitarbeiter auf die Tatsache stoßen, dass manche Bestände  mit der Literatur nur teilweise oder gar nicht zu tun hatten. Die historisch, soziologisch, philosophisch, politologisch oder linguistisch orientierten Schriften  waren jedoch durch die antitotalitäre Einstellung deren Autoren verknüpft. Daher wurde eine bedeutende Entscheidung getroffen – es wurde eine selbständige Abteilung gegründet, die unter der Bezeichnung Zentrum für kulturell-politische Geschichte des 20. Jahrhunderts am 1. April 2015 errichtet wurde. Im folgenden Jahr wurde das Gebäude, in welchem diese Museumsabteilung untergebracht ist, das Jiří Gruša-Haus benannt. Die letzte große Veränderung erfolgte am 1. Juli 2018, wenn die Abteilung nach weiteren Verhandlungen mit Erblassern der Bestände auf Abteilung für Geschichte der antitotalitären Kultur umbenannt wurde.

Die Sammlungen der Abteilung für Geschichte der antitotalitären Kultur werden dank den Aktivitäten der Kuratoren stets erweitert. Existierende Bestände werden ergänzt, neue kommen hinzu, z. B. Dokumente von František Kressa oder Anna Šabatová d. Ä. Die Aktivitäten der Abteilungsmitarbeiter orientieren sich vor allem auf die fachliche Bearbeitung dieser Fonds, ihre schrittweise Evidenz, Digitalisierung und Zugänglichmachung für die Forscher. 

Außerdem widmen sich die Kuratoren auch der Arbeit mit der Laienöffentlichkeit. Sie beteiligen sich an der Vorbereitung neuer Dauer- und Wechselausstellungen im Jiří Gruša-Haus sowie in anderen Ausstellungsräumen des Mährischen Landesmuseums. Zu bestehenden Dauerausstellungen bereiten sie kommentierte Führungen vor. Auch Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten der antitotalitären Einstellung und das Vorstellen ihrer jüngsten Publikationen erfreuen sich des Interesses der Öffentlichkeit.

 
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